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Tipps vom Profi

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24.01.2017
Gerald Köhler war der Kopf hinter Anstoss3

Anstoss3 ist ein echter Klassiker unter den PC Spielen. Noch heute besteht eine große Fangemeinde und das obwohl sich im Gaming Bereich vieles weiterentwickelt hat. Auch die Fußballmanager Reihe von EA Sports war ziemlich erfolgreich und sehr detailgetreu.
Gerald Köhler war der Mann, der hinter diesen Spielen steckte und sie progammierte. Ohne ihn würde es auch heute "Dein Club - DU entscheidest!" nicht geben, denn die Idee dazu kam aus der großen Leidenschaft zu seinen Spielen. Wir hatten die Ehre mit Gerald Köhler zu sprechen.

Was genau war ihre Aufgabe bei der Entwicklung der beliebten Fußballmanagerspiele Anstoss3 oder der Reihe von EA Sports?

ANSTOSS war zunächst ein Hobby-Projekt, das über etwa 5 Jahre auf dem C64 und dann vor allem auf dem Atari ST entstanden ist. Dabei habe ich Design, Programmierung und ein wenig Grafik gemacht, also quasi das ganze Spiel. Dann wurde das Endergebnis für Amiga und PC grafisch durch Ascon komplett überarbeitet und direkt ein Hit, vorher wurden nur 128 Exemplare für 49 DM verkauft.

Für die WM-Edition, ANSTOSS 2, ANSTOSS 2 GOLD und ANSTOSS 3 habe ich dann nur noch das Design geschrieben, dazu alle Spieltexte und das Handbuch bzw. die Hilfe. Dazu kamen noch Projektmanagement-Aufgaben. Nach dem Wechsel zu EA nach ANSTOSS 3 war ich beim FM dann von 2000 bis zum Ende der Serie als Game Designer und Projektmanager tätig.

Wie sind sie damals dazu gekommen?

Der Start war in der Schule, der Informatikunterricht war langweilig, und wir wollten Ergebnisse für die Elferwette prognostizieren. Also haben wir die Spiele simuliert, zuerst ganz einfach mit einer Schleife von 1 bis 90 und bestimmten Torwahrscheinlichkeiten. Dann haben wir die Schleife verlangsamt und schon war Spannung da. Danach kamen Torschützen hinzu und schließlich haben wir das kleine Programm von Einzelspielen auf die Simulation einer ganzen Liga ausgedehnt. Das war noch auf dem C64, aber mit dem Atari ST kam dann der eigentliche Durchbruch, da plötzlich ausreichend Speicher für die ganzen Daten zur Verfügung stand und die Auflösung in S/W einfach toll war. Lange Zeit konnte man eigentlich gar nicht spielen, sondern nur zuschauen. Man kann sogar die Geburtsstunde von ANSTOSS noch heute genau bestimmen, es war der Freitag vor dem Spiel Blau Weiß 90 Berlin gegen den VfB Stuttgart (a.d.Red. 05.05.1987, das Spiel endete 1:1 Unentschieden), gegen Mittag. Die Variablen bw$ und vf$ wurden noch Jahre später im Spiel verwendet… Und diese Partie gab es in der Bundesliga-Geschichte ja nur genau einmal. Programmiert wurde das alles damals in GFA-Basic.

Rein von den Aktionen her ist man sehr nah dran

Gerald Köhler über den TC Freisenbruch

Wieso ging es irgendwann nicht mehr weiter mit Managerspielen?

Es geht schon noch weiter, aber eher im Browser oder mobil. Der klassische PC-Markt wurde Schritt für Schritt kleiner, da konnten wir nicht mehr wirklich gegensteuern. Aber es war bis zum Schluss immer noch eine ordentliche Spielerzahl. Das Problem war hier eher, dass Manager nur in bestimmten Ländern funktionieren und zudem das Spiel nur für den PC war. Das macht es schwieriger, als wenn man auch noch Konsolenversionen verkaufen kann.

Können sich Managerspiele-Fans demnächst auf einen neuen Klassiker aus Ihrer Feder freuen?

Demnächst im Sinne von in Kürze wird das nicht der Fall sein. Aber sobald ich das Gefühl habe, dass ich dem Genre wieder etwas geben kann, bin ich gerne wieder dabei. Aktuell ist aber nichts geplant, und ein solches Projekt wird mit Sicherheit auch Zeit brauchen.

Was machen Sie heute?

Ich bin einer der Geschäftsführer der Bright Future GmbH. Wir sitzen in Köln, haben gut 50 Mitarbeiter, sind eine Tochter der Travian Games GmbH und entwickeln Browser- und Mobilespiele. Unsere aktuellen Titel sind Rail Nation und Miramagia, dazu befinden sich zwei Prototypen in der Entwicklung.

Wie nah glauben Sie, kommt das Spielen eines Fußballmanagerspiels an die Arbeit an einen echten Club?

Rein von den Aktionen ist man sehr nah dran, aber es fehlt natürlich der Umgang mit echten Menschen. Ein Trainer muss ja nicht nur klicken können, sondern er muss vor allem auch mit den Spielern auf persönlicher Ebene arbeiten und das dazu noch möglichst langfristig. Auch taktisch muss man einiges mehr drauf haben. Verhandeln ist am PC ebenfalls leichter als in der Realität. Dazu darf man nicht vergessen, dass zumindest die klassischen Manager so angelegt sind, dass man als Spieler auch Erfolg haben soll. Der echte Fußball ist um einiges härter. Das sieht schon bei Online-Managern gegen echte Menschen ganz anders aus und kann dann durchaus auch frustrierend sein, wenn man nicht den totalen Einsatz/Zeitaufwand betreiben will. Viele Spiele sind hier gescheitert, weil es eben im Fußball genauso viele Gewinner wie Verlierer gibt und die meisten Spieler das auf die Dauer nicht mitmachen. Bei einem PC-Spiel kann man sagen, dass das Verhältnis von Abstiegskampf zu Meisterrennen unter den Spielern etwa 1:7 ist…

Man sieht die Hingabe, mit der das Projekt gemacht wurde

Gerald Köhler

Was hat für Sie den Reiz an einem Managerspiel ausgemacht? Kann der TC Freisenbruch mit seiner Idee diesen Reiz auch auslösen?

Ich nehme eigentlich immer meinen Lieblingsverein, räume erst mal den Kader auf und versuche dann Titel zu gewinnen. Das ist ein recht typisches Spielverhalten, weil man die Spieler kennt und sich schnell hineindenken kann. Da ich Fan des VfB Stuttgart bin, wäre ein aktueller Manager also gerade nicht schlecht, auch wenn bei uns Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Beim TC Freisenbruch sieht es anders aus, hier muss man sich erst einarbeiten, die Spieler kennerlernen usw. Dann aber hat das auf jeden Fall eine starke Faszination, auch wenn eine Saison eben ein Jahr dauert.

Wo sehen sie die Stärken und Schwächen des Freisenbrucher Projektes?

Zunächst einmal bin ich von der Tiefe beeindruckt. Gerade auch der Bereich der Entscheidungen ist toll, weil er die Teilnehmer vor ganz unterschiedliche Herausforderungen stellt.

Die erste Schwierigkeit ist ganz klar, dass man zunächst mit den Spielern natürlich nicht so viel anfangen kann. Wäre das jetzt mein Heimatverein, würde ich wohl komplett ausflippen. J Auf jeden Fall muss man neuen Mitstreitern den Kader so schnell und so persönlich wie möglich nahebringen.

Das Layout ist auf der einen Seite toll und modern, auf der anderen Seite hätte man manchmal gerne mehr Informationen auf einen Blick.

Was man auch sieht, ist die Hingabe, mit der das Projekt gemacht wurde. Hier wünsche ich euch verständnisvolle Manager, die auch Neuerungen mitmachen, wenn später mal Rechte geändert oder eingeschränkt werden müssen.

Was halten Sie von der Idee ein Browsergame in die Realität zu holen?

Es gab ja bereits vorher Versuche in diese Richtung, aber grundsätzlich finde ich das Thema sehr spannend. Jeder wünscht sich wohl, auf diese Weise bei seinem Lieblingsverein Einfluss nehmen zu können. Am wichtigsten dürften dabei langfristig die Transfers sein, weniger die Aufstellung. Allerdings ist das mit dem Transfermarkt jetzt schon toll gemacht, mit Spielerinterview, Stimmen aus dem Club usw.

Wichtig ist auch das Thema „Krise“. Wie geht eine Community damit um? Wird das dann destruktiv, verlieren die Teilnehmer das Interesse? Wer hat die Verantwortung? Man sieht ja schon an der doch sehr hohen Hürde der lediglich 15% Trainerunterstützung, dass ein Schutz gegen Schnellschüsse bereits aufgebaut wurde. Ich halte das für weise, denn sonst hat man schnell Zustände, wie beim schlimmsten Bundesliga-Chaosverein.

Das Team des TC Freisenbruch wurde auch durch Ihre Arbeit zu der Umsetzung dieses besonderen Konzeptes inspiriert! Konnten Sie bereits einige Punkte entdecken, die Sie wieder erkannt haben. Wie denken Sie darüber?

Ich war ja vorgewarnt, muss aber sagen, dass ich das Projekt für sehr eigenständig halte. Wenn ANSTOSS als Inspiration genutzt hat, so freut mich das. Persönlich freue ich mich sowieso immer, wenn andere Projekte Elemente aus meinen Spielen aufgreifen, das ist total in Ordnung. Ich beziehe ja auch aus anderen Spielen Ideen und kenne eigentlich nur Designer, die das auch so sehen.

Das war Anstoß3

Haben Sie noch Verbesserungsvorschläge für den TC Freisenbruch?

Bisher habe ich mich ja nur durch die vielfältigen Menüs geklickt und noch keine echten Spieltage erlebt. Aber ich glaube, dass die Transfers in der Zukunft wichtiger werden. Je höher es geht, desto schneller muss man auch reagieren können. Für die Aufstellung ist es wichtig, dass man auch Trainingseindrücke vermittelt bekommt und Spielstatistiken einsehen kann. Daher finde ich es einen echten Hammer, dass tatsächlich schon ein Tracking-System zum Einsatz kommt, das hat mich überrascht. Großartig!

Die Angaben zu den Spielerverträgen fand ich noch relativ nichtssagend, dabei steckt hier sicher Potenzial.

Verbessern kann man noch das Motivationssystem für die Manager, auch wenn die Highscoreliste ein guter erster Schritt ist.

Ansonsten wäre es sicher spannend, Insiderinformationen aus ähnlichen Projekten zu bekommen.

Profifußball wird damit vermutlich schwierig

Gerald Köhler

Können Sie sich vorstellen, dass ein Verein, wie der TC Freisenbruch irgendwann einmal an die Türen des Profi-Fußballs klopfen kann?

Profifußball wird damit vermutlich schwierig, da dann zu viele Leute mitsprechen, die nicht so tief in der Materie sind. Das notwendige Tempo für Entscheidungen nimmt zu, und für die Fußballer geht es auch persönlich um sehr viel. Auch werden Top-Trainer sich vielleicht nur ungern in die Aufstellung reden lassen! Aber ich bin überzeugt, dass man damit weit kommen kann. Man kann das System ja in höheren Ligen auch ändern und die Art der Entscheidungen den neuen Anforderungen anpassen. Einen Versuch ist es auf alle Fälle wert.

Zum Schluss wünsche ich den Machern und dem Verein ganz viel Erfolg mit dem Projekt, den Aufstieg und noch viele weitere gute Ideen. Und dass die Teilnehmer eure Mühen honorieren und auch mal Danke sagen!

Foto von Gerald Köhler: Eike Kirschner

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